Chronik

Aus (über) 100 Jahren Chorgesang in Bermuthshain 

Chorgesang wurde in Bermuthshain bereits vor der Gründung des heutigen MGV "Eintracht" betrieben. Schon im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bestand in dem Vogelsbergdorf der Gesangverein "Liederkranz" Bermuthshain. Dieser in den 1890er Jahren über mehrere Jahre hinweg ruhende Verein wurde dann 1899 durch den damaligen Bermuthshainer Lehrer Adam Heldmann wieder zum Leben erweckt. Vorsitzender des Gesangvereins "Liederkranz" Bermuthshain war damals und bis zur Auflösung Balthasar Muth III., der später auch Mitbegründer des MGV "Eintracht" werden sollte. 1901 erfolgte die Aufnahme in den 1885 gegründeten Vogelsberger Sängerbund. Als Dirigenten wirkten von 1899 bis 1901 Lehrer Adam Heldmann und danach Lehrer Gustav Kröll, der jedoch 1902 nach Friedberg versetzt wurde. Nachdem sich anschließend niemand zur Übernahme der Dirigententätigkeit bereit fand, wurde der Gesangverein "Liederkranz" Bermuthshain im Dezember 1902 aufgelöst.

Doch auch nach dem Ende des Gesangvereins "Liederkranz" wurde in Bermuthshain weiter gesungen. Innerhalb des am 22.03.1900 gegründeten Kriegervereins Bermuthshain wurde eine Gesangsabteilung gebildet, die im Jahr 1908 erstmals Erwähnung fand. Geleitet wurde diese Gesangsabteilung vom Vorsitzenden des Kriegervereins, dem Revierförster Wilhelm Dillemuth.

Ein politisches Ereignis und ein schon seit Jahren schwelender Konflikt innerhalb der Bermuthshainer Dorfgemeinschaft waren der Hintergrund, vor dem es im Jahr 1911 zur Gründung des Männergesangvereins "Eintracht" Bermuthshain kam.

Am 27.09.1911 fand in Bermuthshain eine Bürgermeisterwahl statt. Wie in allen innerörtlichen Wahlkämpfen seit 1892, so kamen auch dieses Mal die zwischen den beiden "Lagern" im Dorf latent vorhandenen Spannungen wieder offen zum Ausbruch. Neben dem amtierenden Bürgermeister Friedrich Jost (1921 bis 1931 auch Abgeordneter im Hessischen Landtag) stellte sich als Gegenkandidat Jakob Laufer zur Wahl. Schon während des Wahlkampfes, insbesondere aber nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses, erhitzten sich die Gemüter. Zwistigkeiten und Verleumdungen liefen zwischen den beiden "Parteien" hin und her. Schließlich wurde Bürgermeister Jost mit 10 Stimmen Mehrheit erneut zum Bürgermeister gewählt.

Nachdem bekannt wurde, dass der Kriegervereins-Vorsitzende Wilhelm Dillemuth seine Stimme dem Amtsinhaber Friedrich Jost gegeben hatte, traten der unterlegene Kandidat Jakob Laufer und 17 weitere Mitglieder umgehend aus dem Kriegerverein und dessen Gesangsabteilung aus und fassten den Beschluss, einen neuen Gesangverein zu gründen.

So wurde am 21.11.1911 der Männergesangverein "Eintracht" Bermuthshain aus der Taufe gehoben. Sein erster Vorsitzender wurde der unterlegene Bürgermeister-Kandidat Jakob Laufer, dessen Stellvertreter Konrad Schäfer. Erster Chorleiter des neu gegründeten Vereins wurde Johannes Weitzel (nach 1945 erster Nachkriegsbürgermeister). Schon am 28.01.1912 konnte als erste öffentliche Veranstaltung eine Theatervorführung mit Tanz stattfinden.

Neben dem MGV "Eintracht" bestand weiterhin der Kriegerverein mit seiner Gesangsabteilung. Somit bestanden in der damals 486 Einwohner zählenden Gemeinde Bermuthshain gleich zwei Männerchöre, die angesichts der Stimmungslage im Ort und der Umstände der Gründung des MGV "Eintracht" natürlich nicht gerade einen freundlichen Umgang miteinander pflegten.

Am 10.03.1913 wurden sowohl der MGV "Eintracht" als auch der "Kriegergesangverein" aus Bermuthshain in den Vogelsberger Sängerbund aufgenommen. Am 18.05.1913 ging der MGV "Eintracht" dann das erste Mal auf Reisen und stattete dem MGV 1897 Blitzenrod einen Freundschaftsbesuch ab, in dessen Rahmen auch die älteste bekannte Aufnahme des Chores gemacht wurde.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 01.08.1914 beendete jäh den Aufschwung des noch jungen Gesangvereins. Die Mehrzahl der Sänger beider Bermuthshainer Männerchöre wurde zum Kriegsdienst herangezogen, aus dem einige nicht mehr lebend zurückkehren sollten. Im Verlauf des Krieges war der vorherrschende Unfrieden innerhalb der Bermuthshainer Dorfgemeinschaft allmählich in den Hintergrund getreten. Mit der Neugründung des MGV "Eintracht" im Jahr 1919 löste sich die Gesangsabteilung des Kriegervereins von diesem und trat geschlossen dem Gesangverein bei. Im Gegenzug nahm der noch bis 1945 bestehende Kriegerverein die einst ausgetretenen Mitglieder des MGV "Eintracht" wieder in seinen Reihen auf.

Im Herbst 1919 gab es einen Wechsel an der Spitze des MGV "Eintracht". Der bisherige Vorsitzende Jakob Laufer legte sein Amt nieder und Otto Ernst August Pfannstiel bekleidete nun das Amt des Vorsitzenden, welches er bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister 1926 inne hatte. Ebenfalls 1919 wurde Lehrer Hans Mangold Dirigent des MGV "Eintracht". Unter seiner Leitung erreichte der Chor ein bis dahin noch nicht gekanntes Leistungsniveau. So nahm der MGV "Eintracht" an allen Bundessängerfesten des Vogelsberger Sängerbundes teil und konnte bei den Wertungssingen immer vordere Plätze belegen.

Am 06.08.1923 fand das Bundessängerfest zum ersten Mal in Bermuthshain statt. Als Festplatz fungierte der Bermuthshainer Marktplatz am Ortsausgang nach Ober-Moos und Lichenroth. Insgesamt 13 Gesangvereine nahmen teil. Aufgrund der damaligen Inflation wirkten die Eintrittspreise zu dem Fest gerade astronomisch. So hatten die mitwirkenden Vereine 200 Mark Eintritt pro Person zu zahlen, Nichtmitglieder dagegen 500 Mark auf dem Festplatz und 3.000 Mark beim Wertungssingen. Nach Abschluss des Sängerfestes verblieb dem MGV "Eintracht" ein Gewinn von 30 Millionen Mark, eine ebenso astronomische wie wertlose Summe.

Rasch wurde beschlossen, den immer mehr an realem Wert verlierenden Festgewinn in die Anschaffung einer Vereinsfahne zu investieren. Doch die Fahnenfabrik in Heidelberg war nur über einen Tauschhandel mit "Naturalien" zur Lieferung bereit. Ein Landmaschinenhändler aus Eckartsborn bot sich an, für die 30 Millionen Mark dem MGV "Eintracht" eine Milchzentrifuge zu überlassen. Durch die öffentliche Versteigerung der Zentrifuge erhielt der Verein schließlich 15 Zentner Roggenmehl und mit diesem "Zahlungsmittel" konnte der MGV "Eintracht" dann endlich seine erste noch heute existierende Fahne erwerben.

Nach den Sommerferien 1924 wechselte Lehrer Mangold an die benachbarte Volksschule Crainfeld, leitete aber den MGV "Eintracht" noch rund ein halbes Jahr. Anfang 1925 trat an seine Stelle der örtliche Lehrer Karl Winter, der sich in den folgenden fünf Jahren ebenfalls sehr stark für den Chorgesang in Bermuthshain engagierte. Neben dem MGV "Eintracht" rief er sogar einen Gemischten Chor ins Leben, der aber nicht lange existierte. Außerdem leitete er ein Mundharmonika-Orchester aus Bermuthshainer Schulkindern, mit welchem er 1929 und 1932 die "Jugendstunde" des Rundfunksenders Frankfurt am Main mitgestaltete.

Im Jahr 1925 erwarb die Gemeinde Bermuthshain ein Harmonium, zu welchem der MGV "Eintracht" das Recht der Mitbenutzung hatte und das im oberen Schulsaal (alter Betsaal) in der heutigen alten Schule aufgestellt wurde. Hier fanden in den 1920er und 1930er Jahren die Chorproben des MGV "Eintracht" statt. Vereinslokal sollte bis 1970 das örtliche Gasthaus "Zum Goldenen Stern" bleiben.

Am 26.11.1926 wurde Heinrich Sill neuer erster Vorsitzender als Nachfolger des zum Bürgermeister gewählten Otto Ernst August Pfannstiel und blieb dies bis zum Jahre 1955. Nach dem Rücktritt von Dirigent Winter im Sommer 1930 kam es zunächst einmal zu einer halbjährigen Pause des Chorgesangs in Bermuthshain. Ende 1930 übernahm Emil Weitzel aus Grebenhain die Leitung des MGV "Eintracht".

Die politische Entwicklung Anfang der 1930er Jahre mit der gerade im hohen Vogelsberg zunehmenden Anhängerschaft der Nationalsozialisten machte auch um den MGV "Eintracht" keinen Bogen. Der Verein führte 1933 eine "Gleichschaltung" im Sinne der NSDAP durch. Bald sprach man nicht mehr vom Vereinsvorsitzenden, sondern vom "Vereinsführer". Der jüdische aktive Sänger Seligmann Lind, 1942 mit seiner Frau ins KZ verschleppt und ermordet, wurde aus der Mitgliederliste gestrichen. Am 01.05.1933 sang der MGV "Eintracht" zur Pflanzung einer "Hitler-Eiche" in Bermuthshain. Im Herbst 1933 löste sich, mehr oder weniger "freiwillig", auch der traditionsreiche Vogelsberger Sängerbund auf. Der MGV "Eintracht" trat daraufhin dem Hessischen Sängerbund bei.

Im Jahr 1934 beendete dann Emil Weitzel seine Tätigkeit als Dirigent des MGV "Eintracht". Ohne einen Nachfolger musste der Chorgesang in Bermuthshain in Bermuthshain zunächst einmal für vier Jahre eingestellt werden.

Ein sehr an Musik und Gesang interessierter junger Lehrer kam mit Wilhelm Bitsch im Herbst 1937 an die Volksschule Bermuthshain. Wahrscheinlich auf seine und die Initiative von Heinrich Sill hin wurde der MGV "Eintracht" in einer Versammlung am 24.11.1938 im "Deutschen Haus" in Bermuthshain mit 32 aktiven Sängern wieder gegründet. Unter Leitung des neuen Dirigenten Lehrer Bitsch fanden im Winter 1938/39 wöchentliche "Singabende" für interessierte Männer statt.

Ein schwerer Schicksalsschlag unterbrach den eben erst eingeleiteten Wiederaufbau des Chores. Am 14.06.1939 verunglückte Lehrer Bitsch mit seinem Motorrad in Grebenhain und verstarb wenige Wochen später an den Folgen des Unfalls. Nicht lange danach begann am 01.09.1939 der Zweite Weltkrieg und an Chorgesang war nun erst recht nicht mehr zu denken.

Nach einer Zwangspause von einem ganzen Jahrzehnt und nachdem sich der inzwischen in Bermuthshain tätige Lehrer Alfons Schiller zur Übernahme der Chorleitung bereit fand, konnte der MGV "Eintracht" in einer Versammlung am 01.11.1949 wieder neu gegründet werden. 48 Mitglieder waren beim Neubeginn mit von der Partie. Schon bald gelang es, das in zehn Jahren Versäumte nachzuholen und am 05.02.1950 bereits schon einen Lieder- und Theaterabend abzuhalten.

Nach der Wiedergründung des Vogelsberger Sängerbundes am 03.12.1950 trat der MGV "Eintracht diesem am 05.01.1951 wieder bei und wurde außerdem Mitglied im Deutschen Sängerbund.

Am 10.06.1951 fand zum zweiten Mal ein Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes, verbunden mit dem 40-jährigen Vereinsjubiläum, in Bermuthshain statt. Festplatz war auch diesmal der Marktplatz. Insgesamt 22 Gesangvereine mit über 1.000 Sängern beteiligten sich an dem Fest.

Ab 1952 nahm der MGV "Eintracht" auch wieder an den Wertungssingen des Vogelsberger Sängerbundes mit wenigen Ausnahmen bis heute teil.

Am 05.03.1955 legte der 1. Vorsitzende Heinrich Sill, Vorsitzender seit dem 26.11.1926, mit 71 Jahren sein Amt nieder und Heinrich Jockel V. wurde sein Nachfolger.

1957 beschloss der Verein die Anschaffung eines Klaviers. Im gleichen Jahr wurde Lehrer Schiller an die Volksschule Schletzenhausen im Landkreis Fulda versetzt. Der 1946 mit seinen Familienangehörigen aus Domaschin (Sudetenland) nach Bermuthshain vertriebene Josef Präger I. wurde neuer Chorleiter.

Im Jahr 1966 war der MGV "Eintracht" zum dritten Mal Ausrichter des Bundessängerfestes des Vogelsberger Sängerbundes. Mit dem großen Fest wurde gleichzeitig das 55-jährige Bestehen des Vereins mit einem großen Fest gefeiert. Festplatz war ein Gelände an den sogenannten "Hühnerwiesen" zwischen dem Ort und dem Weg zu den Grundmühlen. Den Festauftakt bildete ein Konzert der bekannten "Egerländer Musikanten" unter Leitung von Ernst Mosch im mit 4.000 Zuschauern ausverkauften Festzelt. Beim Festkommers am 04.06.1966 wurde dann die jetzige Vereinsfahne feierlich geweiht. Höhepunkt am Festsonntag, dem 05.06.1966, war nach dem Wertungssingen mit 19 Chören ein großer Festzug mit über 1.000 Teilnehmern durch die Straßen von Bermuthshain. Nicht nur wegen des Gastspiels der "Egerländer" ist dieses glanzvolle Fest allen es miterlebenden Bermuthshainern nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Am 15.03.1974 wurde Wilfried Pfannstiel wurde zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt und damit Nachfolger von Heinrich Jockel V..

Wiederum auf den "Hühnerwiesen" wurde vom 10. bis 12.07.1976 das 65-jährige Bestehen des MGV "Eintracht" mit einem Sängerfest, verbunden mit Waffenschau der örtlichen Reservistenkameradschaft, Freundschaftssingen und Festzug  gefeiert.

Nach rund 25 Jahren legte Chorleiter Josef Präger I. seine Tätigkeit im Frühjahr 1982 nieder. Im April 1982 übernahm der damals 24 Jahre junge Klaus Fillsack aus Kefenrod die Leitung des MGV "Eintracht". Unter Chorleiter Fillsack entwickelte sich der MGV "Eintracht" schon bald zu einem immer leistungsfähigeren Chor und auch der Anteil der Jugendlichen unter den aktiven Sängern nahm deutlich zu. Schon bald lernte es der Chor, auswendig zu singen. Die Chorproben wurden vom "Deutschen Haus" in das Dorfgemeinschaftshaus verlegt.

Im Oktober 1984 wurde erstmals eine einheitliche Vereinskleidung angeschafft. Vom 29.11. bis 02.12.1984 unternahm der MGV "Eintracht" dann zum ersten Mal in seiner Geschichte eine mehrtägige Konzertreise. Ziel war die österreichische Hauptstadt Wien, wo der MGV "Eintracht" neben anderen internationalen Chören im Festsaal des Wiener Rathauses und im Stephansdom auftrat. Diese Reise ist den teilnehmenden Sängern und Mitreisenden in unvergessener Erinnerung geblieben.

Vom 06.06. bis 08.06.1986 fand zum vierten Mal das Bundessängerfest in Bermuthshain statt. Das Festzelt stand dieses Mal auf dem 1984 angelegten Bermuthshainer Festplatz im Hochstättenweg. Den Auftakt bildete ein dreistündiges Chorkonzert aller "Fillsack-Chöre" am 06.06.1986. Es folgte der Festkommers am 07.06.1986. Der Festsonntag am 08.06.1986 sah nach dem Wertungssingen mit 16 Chören den obligatorischen Festzug. Leider litt die gesamte Jubiläumsfeier unter einer sehr regnerischen bis stürmischen Witterung.

Am 19.09.1986 der damals 26 Jahre junge Harald Appel zum 1.Vorsitzenden gewählt und führt dieses Amt sehr engagiert bis zum heutigen Tage. Weiterhin wurden erstmals ein Vertreter der passiven Mitglieder und ein Jugendvertreter im Vorstand gewählt, nachdem es bereits seit 1985 das Amt des Vereins-Chronisten gibt.

Eine weitere mehrtägige Auslandsreise führte den MGV "Eintracht" im Oktober 1986 nach Prag. Weitere Mehrtagesausflüge des Vereins, zum Teil mit Gesangsauftritten verbunden, führten 1988 ins Elsaß, 1990 nach Südtirol, 1992 nach Schleswig-Holstein, 1994 in die Sächsische Schweiz, 1996 nach Belgien und Luxemburg, 2000 nach Mecklenburg, 2002 an den Bodensee und 2007 in den Westerwald.

Am 06.11.1987 fand zum ersten Mal ein "großer" Liederabend des MGV "Eintracht" mit 11 Chören im Bürgerhaus von Grebenhain statt. Kleinere Liederabende mit drei bis vier Chören hatte es bereits in den 1970er und 1980er Jahren, zeitweise zweimal jährlich, in Bermuthshain im "Deutschen Haus" und im Dorfgemeinschaftshaus gegeben. Der "große" Liederabend im Grebenhainer Bürgerhaus erwies sich sofort als großer Erfolg und fand bis 2010 jährlich an gleicher Stelle statt.

Vom 30.08. bis 01.09.1991 feierte der MGV "Eintracht" Bermuthshain sein 80-jähriges Bestehen im Festzelt am Festplatz. Nach einem Freundschaftssingen am Eröffnungstag bildete ein fünfstündiges Konzert der österreichischen Tanz- und Showband "Die Paldauer" den Abschluss der Veranstaltungen.

Im Sommer 1993 wurde eine neue Vereinskleidung eingeführt. Am 30. und 31.10.1993 fand zum ersten Mal, vom MGV "Eintracht" mit veranstaltet, das Internationale Schlittenhunde-Wagenrennen des Hessischen Schlittenhunde-Amateursportclubs (HSSC) in Bermuthshain statt. Es ist seither zu einem jährlich wiederkehrenden Ereignis geworden.

Am 04.02.1995 beschloss der MGV "Eintracht" den Beitritt zum Hessischen Sängerbund, dem der Verein bereits nach 1933 vorübergehend angehört hatte. Vom 22. bis 24.09.1995 fanden sich die Bermuthshainer Sänger in der Sportschule zu einem Chorwochenende ("Chorfreizeit") zusammen, um sich in einer Art "Trainingslager" mit mehreren Chorproben intensiv mit dem Chorgesang zu befassen. Weitere Chorwochenenden bzw. Chorfreizeiten des MGV "Eintracht" seitdem waren 1997 im Rhönparkhotel bei Stetten, 1999 und 2001 in der Jugendherberge Bad Homburg, 2003 in der Jugendherberge Oberbernhards (Rhön), 2006 in der Landesmusikakademie Schlitz sowie 2009 und 2012 in der Jugendherberge Fulda.

In den Jahren 1998 und 1999 sangen die jungen Sänger des MGV "Eintracht" mehrere Male zusammen mit dem Jugendchor Storndorf.

Vom 08. bis 14.10.1998 unternahm der MGV "Eintracht" seine zweite große Konzertreise. Dieses Mal führte die Reise nach Ungarn an den Plattensee mit Auftritten auf einem Konzert in Zirc und einer Messe in der Matthias-Kirche in Budapest.

Ein elektronisches Klavier (E-Piano) wurde im Jahr 2000 angeschafft, um eine noch bessere Unterstützung der Chorarbeit zu gewährleisten.

Auf sein 90-jähriges Bestehen konnte der MGV "Eintracht" im November 2001 zurückblicken. Unter dem Motto „Ein Verein im Wandel der Zeiten“ wurden die Feierlichkeiten mit einem viertägigen Programm, verteilt auf zwei Wochenenden, im Bürgerhaus Grebenhain und einer Veranstaltung in der Kulturscheune "Zum Wilden Mann" in Bermuthshain begangen. Dem Festkommers am 10.11.2001 in Grebenhain folgte am 11.11.2001 eine Ausstellung zahlreicher historischer Bilder und Texte zur Vereinsgeschichte im "Wilden Mann". Am 16.11.2001 fand die Feier mit einem Chorkonzert im Bürgerhaus Grebenhain nebst einem Auftritt des A-capella-Vokalensembles "Matzsingers" ihren Abschluss.

Ebenfalls in der Kulturscheune "Zum Wilden Mann" wurde am 20.04.2002 das 20-jährige Chorleiterjubiläum von Klaus Fillsack gefeiert.

Vom 23. bis 26.09.2004 begab sich der MGV auf die dritte Konzertreise der Vereinsgeschichte, welche in die Bundeshauptstadt Berlin führte. Gemeinsam mit dem ebenfalls von Klaus Fillsack geleiteten MGV 1884 Niederwald war die Reise, u. a. mit einem Auftritt in der Kuppel des Reichstagsgebäudes, auch dieses Mal ein unvergessliches Ereignis.

Nach 23 Jahren beendete Klaus Fillsack im Sommer 2005 seine Tätigkeit als Chorleiter des MGV "Eintracht". Bereits frühzeitig hatte er seine Entscheidung dem Verein mitgeteilt, so dass man sich gezielt auf die Suche nach einem Nachfolger machen konnte. In mehr als zwei Jahrzehnten hatte Chorleiter Fillsack den Verein zu einem erfolgreichen und leistungsfähigen Chor entwickelt. Am 30.07.2005 wurde er bei einem Grillabend im Dorfgemeinschaftshaus Bermuthshain durch den Chor und Bürgermeister Manfred Dickert feierlich verabschiedet.

Es begann nun eine kurze Zeit, in welcher der MGV "Eintracht" ohne Chorleiter auskommen musste. Dank der beiden Vize-Chorleiter Ditmar Betz und Dieter Schultheis konnten jedoch auch während dieser Überbrückungsphase alle Termine wahrgenommen werden.

Von Oktober 2005 bis Mai 2007 wurde der MGV "Eintracht" Bermuthshain dann von Beate Knüttel aus Freiensteinau geleitet und hatte damit zum ersten Mal in seiner Geschichte einen weiblichen Chorleiter. Am 07.05.2007 übernahm der damalige 2. Vorsitzende und bisherige Vize-Chorleiter Ditmar Betz die Leitung des Chores.

Das nächste große Ereignis in der Geschichte des MGV "Eintracht" Bermuthshain waren die Feierlichkeiten zur 100. Wiederkehr der Vereinsgründung im Jahr 2011. Höhepunkt der Feierlichkeiten war eine "Festwoche" Anfang Juni 2011. Die Vorbereitungen dazu begannen mit der Konstituierung des Festausschusses am 04.03.2009. Am 17.05.2010 erfolgte die Eintragung des MGV "Eintracht" in das Vereinsregister.

In der Festwoche vom 01.-05.06.2011 und mit vielfältigen Veranstaltungen und Projekten feierte der MGV "Eintracht" Bermuthshain sein einhundertjähriges Bestehen. Wie bereits 1986 war ein Festzelt auf dem örtlichen Festplatz Mittelpunkt der Feierlichkeiten, die anders als ein Vierteljahrhundert zuvor von deutlich besserem Wetter begünstigt waren.

Im Zeichen der 100-Jahr-Feier war der Projektchor "Bermetzhaa 100" gegründet worden, mit dem Ziel, mindestens so viele Sänger auf die Bühne zu bekommen, wie der Verein an Jahren seines Bestehens feierte. Dieses große Ziel wurde auf dem Festkommers am 01.06.2011 dann mit 109 Sängern auch mehr als erreicht.

Ein vierstündiges Live-Konzert der "Zillertaler Haderlumpen" und von Marc Pircher folgte am 03.06.2011. Der 04.06.2011 bot unter dem Motto "Das Sommerfest des Chorgesangs" ein Chorkonzert mit leistungsstarken Chören aus der näheren und ferneren Region und als besonderen "Clou" einen Soloauftritt von Ramona Fottner, bekannt aus der RTL-Fernsehshow "Das Supertalent". Die Festwoche fand schließlich einen gelungenen Höhepunkt mit dem Bundessängerfest und dem Festzug durch Bermuthshain mit 44 teilnehmenden Vereinen und Gruppen am 05.06.2011. Am 12.06.2011 wurde dem MGV "Eintracht" dann auf dem Hessentag in Oberursel die Zelterplakette verliehen.

Seinen Abschluss fand das 100-jährige Jubiläum mit einem abendlichen Chorkonzert mit mehreren leistungsstarken Chören aus Hessen im Bürgerhaus Grebenhain am 12.11.2012. Künftig soll in jedem Jahr ein Chorkonzert des MGV "Eintracht" Bermuthshain in Grebenhain stattfinden, das damit an die Stelle des bisherigen Liederabends tritt.

Einst aus einem Politikum entstanden, hat der MGV "Eintracht" Bermuthshain eine bis jetzt ereignisreiche Zeit mit vielen Höhen, aber leider auch Tiefen, hinter sich gelassen. Zu unterstreichen ist hierbei die große Leistung all derer, die den Verein trotz aller Hindernisse in der ersten Hälfte des vergangenen 20. Jahrhunderts bewahrt und erhalten haben.

Heute ist der MGV „Eintracht“ Bermuthshain als der älteste und traditionsreichste Verein im Ort aus dem regen Bermuthshainer Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. 128 Mitglieder, davon 44 Aktive, gehören dem Verein zur Zeit an. Die Mischung aus älteren und jüngeren Sängern stimmt. Immer wieder kamen und kommen junge Menschen zum MGV "Eintracht", um zu singen und sich in einer sehr guten Gemeinschaft wohl zu fühlen.

Aktuelles

Live in ChorKonzert

Druckversion Druckversion | Sitemap
MGV Eintracht Bermuthshain